Hot  Pebble's Chihuahuas

"Pepito" QUO VADIS IMPERIAL im Dezember 1999 ©Barbara B.
In dankbarer Erinnerung an
"Pepito" QUO VADIS IMPERIAL *20.1.1991 +8.11.2004
VDH-CC 0936/91
Stammbaum/Ahnentafel

Er war von beeindruckender Persönlichkeit.
Dank jahrelanger Suche und schließlich glücklicher Umstände war er mein treuer Weggefährte seit März 1991. Nahezu 14 Jahre ist er mit mir durch Dick und Dünn gegangen. Ich verdanke ihm viel. Jeden Tag unseres Zusammenseins hat er mir Freude bereitet. Aber auch Trost und Zuversicht in schlechten Tagen.
Niemals hat er mich enttäuscht.
Für meinen Mann und mich war PEPITO mehr als ein Hund. Ein Überhund, stolz und aufrecht. Immer ausgeglichen und würdevoll seit seiner Jugend.
Sein Revier allerdings verteidigte er vehement gegenüber rassefremden Artgenossen. Unerschrocken stürzte er sich auf Eindringlinge, auch auf solche, die mehr als das Zehnfache an Gewicht aufwiesen. Glücklicherweise stand ihm das Überraschungsmoment stets zur Seite.

Ab Mitte der Neunziger Jahre besuchte ich mit ihm regelmäßig ein Alten- und Pflegeheim, das sein Mitbringen erlaubte. Dort brachte ich ihn mit kranken alten Menschen zusammen, damit sie ihn streicheln konnten. Es war beglückend, die Freude der betagten Patienten zu erleben, den kleinen Hund bei sich zu haben. Natürlich durften sie ihm immer einige mitgebrachte Leckerlis geben.
An ein anrührendes Erlebnis erinnere ich mich besonders: Mit PEPITO lernte ich im Pflegeheim eine alte Dame kennen, die an Parkinsonscher Krankheit litt. Sie verbrachte ihre Zeit völlig apathisch und sprach nicht mehr. Auch nicht mehr mit den Pflegerinnen. Auf PEPITO aber reagierte sie. Sein Besuch weckte ihr Interesse, ihre Augen wurden lebhafter, wenn ich ihre Hand nahm, damit sie ihn auf dem Bett streicheln konnte. Bei meinem dritten Besuch, als sie mich kommen sah, bewegte sie ihre Lippen und sie fragte mich langsam: "Wo ist das Hündchen ?" Und freute sich auf ihren kleinen "Schatz", wenn ich ihn wieder auf ihr Bett setzte.

Mit zunehmendem Alter wurde unsere Beziehung immer inniger. Wir verstanden uns gegenseitig. Auch ohne Worte, nur durch Blicke und Körpersprache. Er war ein Musterbeispiel dafür, wie beglückend die Haltung eines alten Hundes sein kann, der einem vertraut ist wie kein anderer. Er erwärmte mein Herz. Seine herausragende Klugheit und sein Gedächtnis waren beeindruckend. Die ihm eigene Autorität und seine Würde sicherten ihm bis zuletzt den höchsten Rang unter meinen Chihuahuas.
Im Alter galt seine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge den jungen Tieren meines kleinen Rudels. Zuletzt schwer herzkrank, bestand PEPITO darauf, sie noch immer auf kurzen Spaziergängen zu begleiten und aufzupassen. Erst wenn er sicher war, daß alle Jungen vollzählig waren, betrat er nach ihnen als Letzter das Haus. Waren die Jungen oder auch ältere Tiere in allzu heftige Auseinandersetzungen verwickelt, begab sich PEPITO einfach zwischen die Kontrahenten. Dies genügte, um sogleich Ruhe einkehren zu lassen.
Noch an seinen letzten Tagen zeigte er Lebensfreude und spielte gerne mit den Jüngsten. Sie suchten regelrecht seine Nähe. Bei ihm fühlten sie sich sicher. Stets begegnete er ihnen mit Milde und mit Nachsicht.

In den letzten Lebensjahren erwarb sich PEPITO einen ernsten Schaden an der Mitralklappe und am linken Vorhof des Herzens. Die Herzklappe schloß nicht mehr, er litt an hochgradigem Vorhofflimmern. Zuletzt konnten mehrere Tierärzte kaum glauben, daß er damit überhaupt noch lebte. Ich kann mir nur erklären, daß PEPITO es offenbar verstand, sich mental und körperlich mit seiner Herzkrankheit zu arrangieren. Im Hochsommer 2004 erlitt er den ersten Herzanfall. Im Anschluß daran weigerte er sich strikt, seine Medikamente einzunehmen. Jeder noch so trickreiche Versuch, ihm die Medikamente zu verabreichen, scheiterte. Er kannte deren Geruch zu genau.
Über mehrere Tage ohne Medizin erholte sich PEPITO wieder. Erst danach war es wieder möglich, ihm geringere Dosen zu geben.
Am 22. Oktober 2004 hatte PEPITO wieder einen Herzanfall, obwohl er zuvor weder Aufregung noch Anstrengung erlebte. Wieder war es nicht möglich, ihm seine Medikamente zu geben. Erst nach 5 Tagen nahm er wieder Medikamente an, auch nur in geringerer Dosis.
In der Folgezeit konnte er sich erholen. Er nahm wieder etwas zu auf 2.700 Gramm. Vor allem kehrte seine Lebensfreude wieder zurück. Er spielte wieder mit den Jungen und beschäftigte sich sogar wieder mit seinen Spielzeugen. Dies hatte er zeitlebens niemals dauerhaft aufgegeben.
Am 8. November 2004 war PEPITO wieder so weit bei Kräften, daß er mittags zur Tierklinik gefahren werden konnte. Die Medikamente sollten neu eingestellt werden. Anlässlich der Ultraschalluntersuchung zeigte sich der Arzt betroffen über den Zustand des Herzens.
Zurück vom Tierklinikbesuch war PEPITO munter wie zuvor, war aufmerksam, spielte und nahm sein abendliches Futter an. Im Anschluß daran erhielt er seine neuen Medikamente. Etwa eine Stunde später sank er zusammen.
Eine weitere Stunde danach, um 19:45 Uhr, mußten mein Mann und ich uns von ihm verabschieden. Bis ganz zuletzt war er voll orientiert und blickte uns an.
Er streckte sich, seufzte leise und starb. Auf seinem Lieblingsplatz.
Den Kopf in meine Hand gelegt.

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